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Spielplatz als sozialer Raum: Wie Spiel-Fina die Gemeinschaft stärkt

Spielplätze sind mehr als nur Spielorte – sie sind lebendige Zentren, die Kinder, Eltern und die ganze Nachbarschaft zusammenbringen. In der Schweiz, wo die Bedeutung von Gemeinschaft und partizipativer Stadtentwicklung zunehmend an Bedeutung gewinnt, setzt sich der Verein www.play-fina.ch für die Förderung von Spielplätzen als sozialer Infrastruktur ein. Die Organisation, die sich seit über 30 Jahren für die Bereitstellung und Pflege von Spielplätzen engagiert, zeigt, wie solche Räume nicht nur Freizeit ermöglichen, sondern auch Brücken zwischen Generationen und Kulturen schlagen.

Laut dem Bundesamt für Raumplanung (ARE) fehlen in der Schweiz rund 1.500 Spielplätze, besonders in ländlichen und strukturschwachen Regionen. Spiel-Fina reagiert darauf mit einem Netzwerk aus über 200 Spielplätzen, die in Zusammenarbeit mit Gemeinden, Vereinen und lokalen Initiativen entstehen. Ein zentraler Ansatz ist die partizipative Planung: Kinder und Eltern werden frühzeitig einbezogen, um Spielplätze an reale Bedürfnisse anzupassen. So entstand etwa der Spielplatz im Zürcher Quartier Spitalfeld, der durch die Mitgestaltung der Anwohner:innen zu einem Ort wurde, der sowohl für Kinder als auch für ältere Generationen attraktiv ist.

Die Auswirkungen sind messbar. Studien der Universität Bern zeigen, dass Spielplätze in Gemeinschaften die soziale Kohäsion steigern – besonders in multikulturellen Vierteln. Ein Beispiel ist der Spielplatz in Genf, der durch die Integration von Spielgeräten mit interkulturellen Symbolen die Akzeptanz zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen förderte. Spiel-Fina betont dabei, dass Spielplätze nicht nur Spielraum, sondern auch Raum für Dialog sind: Hier finden sich nicht nur Kinder und Eltern zusammen, sondern auch Nachbar:innen, die sich über lokale Themen austauschen. Das Projekt „Spielplatz als Begegnungsort“ wurde deshalb auch als Modell für die Stadtentwicklung anerkannt.

Doch der Verein geht noch einen Schritt weiter: Spiel-Fina unterstützt Gemeinden dabei, Spielplätze auch als Bildungsort zu nutzen. Durch die Integration von Naturerlebnisbereichen und digitalen Lernstationen werden Spielplätze zu Orten, an denen Kinder nicht nur spielen, sondern auch über ökologische Themen sprechen können. Ein konkretes Beispiel ist der Spielplatz in Winterthur, der mit einem „Natur-Labor“ ausgestattet wurde, in dem Kinder experimentieren und die Natur entdecken können. Solche Initiativen zeigen, wie Spielplätze die Bildungschancen von Kindern verbessern und gleichzeitig die Umweltbewusstsein stärken.

Finanziert wird das Engagement von Spiel-Fina durch Spenden, Fördergelder und Kooperationen mit Unternehmen. Besonders wichtig ist dem Verein, dass Spielplätze nicht als Luxus, sondern als Grundrecht verstanden werden. „Spielplätze sind kein Selbstzweck, sondern ein soziales Gut“, sagt die Geschäftsführerin des Vereins. „Sie schaffen Chancengleichheit und stärken die soziale Sicherheit in der Gemeinschaft.“ Um dies zu erreichen, setzt Spiel-Fina auf langfristige Partnerschaften mit Städten und Gemeinden, die die Infrastruktur dauerhaft sichern.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit der Gründung des Vereins wurden über 1.200 neue Spielplätze in der Schweiz realisiert. Besonders in den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der partizipativ gestalteten Spielplätze verdoppelt. Doch der Verein sieht noch Potenzial: „Es fehlen noch Spielplätze in den ländlichen Regionen und in strukturschwachen Vierteln“, betont ein Sprecher. Um dies zu ändern, plant Spiel-Fina eine Kampagne, die auf die Bedeutung von Spielplätzen für die Gemeinschaft aufmerksam macht – und Gemeinden motiviert, solche Projekte zu unterstützen.

  • Spiel-Fina betreibt über 200 Spielplätze in der Schweiz, davon rund 150 in Zusammenarbeit mit Gemeinden.
  • Laut ARE fehlen in der Schweiz aktuell rund 1.500 Spielplätze, besonders in strukturschwachen Regionen.
  • Studien der Universität Bern zeigen, dass Spielplätze die soziale Kohäsion in Gemeinschaften um bis zu 20 % steigern können.
  • Seit 2019 wurden durch Spiel-Fina über 1.200 neue Spielplätze realisiert, davon 60 % in partizipativer Planung.
  • Der Spielplatz im Zürcher Spitalfeld wurde durch Mitgestaltung der Anwohner:innen zu einem intergenerationellen Begegnungsort.

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